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Ein Floß wird kommen

2. Mai 2014Kategorie: Projekte

Auf Foto, von links:
Antonius Janotta, Eger & Partner | Klaus-Dieter Huber, Stadtrat | Reiner Schaal, ehem. Umweltreferent

© "Ein Floß wird kommen"  Artikel aus Augsburger Allgemeine, Ausgabe 100, Freitag 2.Mai.2014

 Neue Lände Grünanlage an der Radetzkystraße entwickelt sich nach historischem Vorbild weiter. Auf dem ehemaligen Holzhandelsplatz ist hochwertige Gastronomie vorgesehen und damit auch "soziale Kontrolle" gewährleistet

Lechhausen Der ehemalige Holzhandelsplatz in Lechhausen steht im Fokus der Aktionsgemeinschaft Lechhausen und der Kommunalpolitik. An der Grünanlage Radetzkystraße, wo sich derzeit langsam der Flößer-Park entwickelt, soll auch eine neue "Floßlände" entstehen. Zusammen mit den Landschaftsarchitekten Eger & Partner lässt der bisherige Umweltreferent Rainer Schaal dort ein Floß "stranden", um Identifikation mit der Geschichte zu schaffen und das Thema anschaulich zu machen. Wie der scheidende Referent sagt, wollte er am Ende seiner Amtszeit noch "Pflöcke einschlagen, damit das Projekt nicht mehr umkehrbar ist".
Jetzt steht die neue Floßlände seiner Auskunft nach sogar im Koalitionsvertrag. Um auf einer gen Süden gerichteten Sonnenterrasse hochwertige Gastronomie anzusiedeln, muss das Ufer komplett freigestellt werden. Und die Umsetzung ist ohne eine andere Maßnahme nicht möglich: "Es müssen jede Menge Bäume fallen", sagt Schaal, wobei es sich seinen Worten nach häufig um Wildwuchs handelt. Unter Bauherrschaft des Umweltreferates ist das Projekt auch terminlich festgeklopft. 2017 ist es 100 Jahre her, dass das letzte Lechfloß am Ufer des Stadtteils anlegte. Deshalb sollen die Augsburger möglichst bald wieder freien Blick aufs Wasser genießen können und bereits im kommenden Frühjahr die Bauarbeiten beginnen. Auch die Finanzierung scheint in trockenen Tüchern. Schaal meint, dass die Baukosten von geschätzten 350.000 Euro über einen sogenannten Umsatz-Pachtvertrag und einen Erbbaurechtsvertrag geschultert werden können. Damit werde der städtische Investitionshaushalt mit keinem Euro belastet. Und auch die Planungsmittel seien gesichert. Der Flößerpark, in dem der Gastronomie- Betrieb angesiedelt wird, gehört nach Auskunft des Stadtvertreters im Wesentlichen dem Freistaat Bayern. Lediglich das Lände-Areal in der Verlängerung der Yorckstraße sei im Besitz der Stadt.
Die Befürworter der Pläne gehen davon aus, dass auf der Terrasse auch einmal die diversen Umweltveränderungen sichtbar sein werden. Somit sei das Vorhaben auch "didaktisch sinnvoll". Nachdem am heutigen Freitag die neue Stadtregierung antritt, wird Umweltreferent Erben, das Projekt erben. [von Silvia Kämpf]